Wie lange hält Botox

Wirkdauer und Auffrischen

Dr. Sara Abayev in einem Beratungsgespräch mit einer Patientin in ihrer Ordination in Wien.© Dr. Sara Abayev

Dr. Sara Abayev in einem Beratungsgespräch mit einer Patientin in ihrer Ordination in Wien.

Wie lange wirkt Botox im Durchschnitt?

Wir haben dazu mit Dr. Sara Abayev, Plastische Chirurgin in Wien gesproichen und uns Wirkweise und Wirkdauer erklären lassen. Botulinumtoxin hemmt die Signalübertragung zwischen Nerv und Muskel, der behandelte Muskel entspannt sich und die Haut darüber glättet sich. Erste Veränderungen zeigen sich nach drei bis sieben Tagen, die volle Wirkung ist nach etwa zwei Wochen erreicht. Danach folgt eine stabile Phase, die meist bis in den dritten Monat reicht.
Zwischen dem dritten und sechsten Monat lässt die Wirkung allmählich nach, bei vielen erst gegen Ende dieses Zeitraums.

"Die Wirkung hält bei rund 70% meiner Patientinnen und Patienten vier bis fünf Monate an. Nach spätestens sechs Monaten ist sie bei etwa 90% deutlich abgeschwächt", erklärt Dr. Sara Abayev.

Hält Botox beim ersten Mal kürzer?

Bei der ersten Behandlung ist noch nicht absehbar, wie stark die Muskulatur auf den Wirkstoff reagiert. Seriöse Ärztinnen und Ärzte kontrollieren das Ergebnis deshalb nach rund zwei Wochen und korrigieren bei Bedarf. Bei regelmäßigen Behandlungen kann sich die Muskelaktivität mit der Zeit beruhigen. Die Wirkung hält dann oft stabiler an, und teilweise reicht eine geringere Menge. Laut Fachliteratur kann sich die Wirkdauer bei regelmäßigen Injektionen über rund 20 Monate auf bis zu sechs Monate verlängern, wie das DocMedicus Gesundheitslexikon zusammenfasst.

Warum lässt die Wirkung bei manchen schneller nach?

Kräftige Muskeln und eine sehr lebhafte Mimik bauen den Wirkstoff schneller ab. Auch die Zone spielt eine Rolle: An der Stirn, an der Zornesfalte und bei den Krähenfüßen lässt die Wirkung häufig früher nach als bei größeren Muskelgruppen. Ein schneller Stoffwechsel, viel Ausdauersport und anhaltender Stress können die Wirkdauer ebenfalls verkürzen.
Ein verbreiteter Irrtum ist, dass eine höhere Dosis automatisch länger hält. „Mehr Wirkstoff bedeutet nicht automatisch eine längere Wirkung. Was zählt, ist eine Dosierung, die genau auf den jeweiligen Muskel abgestimmt ist", erläutert Dr. Abayev.

Wann sollte man Botox auffrischen?

Sinnvoll ist eine Auffrischung, wenn die Muskelspannung spürbar zurückkehrt. Wer nachspritzen lässt, solange die volle Wirkung noch da ist, hat davon keinen Vorteil. Zwischen zwei Behandlungen sollten mindestens drei Monate liegen.
„Ich frische erst auf, wenn die alten Bewegungsmuster wieder sichtbar werden.Geduld gehört bei Botox zur Qualität", so Dr. Abayev.

Botox oder Hyaluron: Was hält länger?

Die beiden Behandlungen lassen sich nur bedingt vergleichen, weil sie Unterschiedliches bewirken. Botox entspannt Muskeln und glättet Falten, die durch Mimik entstehen, etwa an der Stirn oder zwischen den Augenbrauen. Hyaluronsäure füllt verlorenes Volumen auf, zum Beispiel bei der Nasolabialfalte, und hält je nach Region und Präparat meist deutlich länger. Welche Methode passt, hängt davon ab, wodurch eine Falte entsteht. Das lässt sich nur im persönlichen Beratungsgespräch klären.
Wie sich die Wirkung von Tag eins bis Monat sechs entwickelt, zeigt Dr. Sara Abayev in ihrem Beitrag Wie lange hält Botox? im Detail.

Über Dr. Sara Abayev
Dr. Sara Abayev ist Fachärztin für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie und seit 2024 Oberärztin an der Klinik Ottakring. Ihr Schwerpunkt liegt auf der minimalinvasiven ästhetischen Medizin, besonders auf Behandlungen mit Botulinumtoxin. Der KURIER zeichnete sie 2024, 2025 und 2026 als beliebteste Plastische Chirurgin aus. Für ihre wissenschaftlichen Vorträge erhielt sie mehrere Preise, und sie spricht regelmäßig auf den Jahrestagungen der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie