Der Nachklang

Was ein Parfum und eine Autotür verbindet

Wer schon einmal die Tür eines Mercedes geschlossen hat, kennt den kurzen, satten, gedämpften Ton. Das ist kein Zufall. Automobilhersteller beschäftigen eigene Akustikteams, die den Klang einer zufallenden Tür über Dichtungen, Schlossmechanik und Materialstärken gezielt abstimmen. Die Tür muss nicht so klingen. Sie soll so klingen.

Warum ein Parfum wie eine Autotür funktioniert © Mercedes Benz


Das ist wohl die Definition von Luxus: Das, was bleibt, wenn die eigentliche Handlung schon vorbei ist. Die Tür ist zu, und trotzdem hat ein Detail eine Botschaft hinterlassen. Ein Parfum funktioniert nach demselben Prinzip. Man betritt einen Raum, verlässt ihn wieder, und was zurückbleibt, ist die Duftspur; auch Sillage genannt, nach dem französischen Wort für das Kielwasser eines Schiffes. Mit „I Am Mercedes“ gibt es nun einen Damenduft, der diese Verbindung naheliegend macht. 

Die Verbindung von Mercedes und Duft ist nicht neu. Seit Jahren bietet der Hersteller in seinen Oberklassemodellen eine spezielle Beduftung des Innenraums an. Das Auto riecht also längst nach etwas, das bewusst gewählt wurde. Die Marke selbst trägt den Namen einer Frau: Mercedes Jellinek, Tochter eines einflussreichen Daimler-Kunden, der „Mercedes“ um 1900 als Pseudonym für Rennen nutzte. Die Kampagne greift auch Bertha Benz auf, die 1888 ohne Wissen ihres Mannes die erste Fernfahrt mit einem Automobil unternahm und unterwegs technische Probleme mit Hutnadel und Strumpfband löste.

Eine Blüte, zwei Gesichter

Im Schliff des Flakons verbirgt sich der Mercedes STern© Mercedes Benz

Das Zentrum des Duftes, kreiert von Master Perfumerin Sophie Labbé, ist die Orangenblüte. Das Besondere: Neroli in der Kopfnote und Orangenblüte im Herzen stammen von derselben Pflanze, dem Bitterorangenbaum. Neroli wird destilliert, riecht frisch und leicht bitter, die Orangenblüte als Absolue wird extrahiert und entfaltet einen wärmeren, fast honigartigen Duft. Rosa Pfeffer, Jasmin und Ylang-Ylang begleiten sie, Vanille, Moschus und Cashmeran sorgen in der Basis für eine weiche Cashmere Anmutung.

Die naheliegende Frage wäre, ob der Duft ein „Mercedes-Gefühl“ vermittelt. Doch wer Benzin, Leder oder Tempo erwartet, wird enttäuscht. Das Gefühl entsteht eher dort, wo auch die Autotür ansetzt : 8in der Gewissheit, daß alles passt. Der Duft drängt sich nicht vor. Er ist präsent, ohne laut zu sein, und bleibt als Spur zurück, wenn man den Raum schon verlassen hat. Der geschliffene Flakon folgt dem Türprinzip: Der Mercedes-Stern ist nicht aufgedruckt, sondern als sternförmiges Zentrum in die Form eingearbeitet. Man erkennt ihn erst beim zweiten Hinsehen.

I Am Mercedes ist kein lauter Duft, sondern einer, der auf das Danach setzt. Wie bei der Autotür liegt die Qualität im Detail, das man erst bemerkt, wenn der Moment schon vorbei ist. Luxus ist in diesem Sinn keine Frage des Preises, sondern der Sorgfalt.

Beauty Tipp: So hält die Duftspur länger
Zitrusnoten wie Neroli und Bergamotte verfliegen als Erstes. Wer sie länger erleben will, trägt den Duft auf gut durchfeuchteter Haut auf, denn trockene Haut kann die Duftmoleküle nicht lange halten. Ideal sind Pulspunkte wie Handgelenke und Halsansatz. Nicht verreiben, das beschleunigt die Verdunstung. Ein Sprühstoß auf Schal oder Mantelkragen verlängert die Herznote, da Textilien Duft länger binden als Haut.