Von Hier zu Mir
Vier Tage für ein besseres Leben und was davon bleibt
© Beauty.at Kann ein verlängertes Wochenende tatsächlich etwas verändern? Zwischen medizinischen Gesundheitschecks, Kältekammer, Höhentraining, Golf und Gourmetküche habe ich im Alpin Resort Sacher in Seefeld nach Antworten gesucht. Vier Tage in der Academy For Better Aging - und die Erkenntnis, dass wir für mehr Lebensqualität nicht unbedingt mehr tun müssen. Sondern vor allem das Richtige.
Autorin: Helga Fiala Lesezeit: 5 Minuten
© Daniel Zangerl Zwischen Termindruck und dem Wunsch nach mehr Energie
Mein Kalender ist voll, mein Leben abwechslungsreich, meine Neugier ungebrochen. Ich liebe neue Projekte, spannende Begegnungen und die Dynamik eines Lebens, in dem selten Stillstand herrscht. Doch irgendwann wird aus der viel zitierten Work-Life-Balance eine Work-Stress-Balance. Also vier Tage Auszeit. Nicht, weil ich mich krank fühle, sondern weil ich wissen möchte, was mein Körper tatsächlich braucht. Wie steht es um meine Regenerationsfähigkeit? Trainiere ich richtig? Ernähre
ich mich sinnvoll? Und welche der unzähligen Longevity-Angebote bringen wirklich etwas?
Die Sacher Academy For Better Aging im Alpin Resort Sacher in Seefeld bietet dafür einen besonderen
Rahmen: Statt klinischer Atmosphäre gibt es alpinen Luxus, abgestimmte Kulinarik und Wellness. Das Gesundheitsprogramm wird individuell zusammengestellt; der Rest des Tages gehört mir.
Die erste Überraschung: Mein Körper ist fitter als mein Terminkalender
© Beauty.at / Alpin Resort Sacher Im Anamnesegespräch mit der medizinischen Leiterin, Dr. Katharina Sepp, wird schnell deutlich, dass Better Aging nicht bedeutet, möglichst viele Untersuchungen und Behandlungen aneinanderzureihen. Zunächst geht es darum, den eigenen Ausgangspunkt zu verstehen.
Auf meinem Programm stehen unter anderem die Messung der Herzratenvariabilität, EMS Muskeltraining, simuliertes Höhentraining, Kryotherapie, eine Stoffwechselanalyse und eine computergestützte Hautanalyse.
Bei der Auswertung des Höhentrainings zeigt sich, dass mein Körper auf die wechselnden Sauerstoffkonzentrationen gut reagiert. Katharina Sepp bescheinigt mir einen relativ guten Trainingszustand und eine schnelle Erholung der Sauerstoffwerte. Gleichzeitig liegt meine Herzfrequenz während der Untersuchung eher im oberen Bereich, vermutlich aufgrund einer erhöhten Stressbelastung vor dem Aufenthalt.
Fazit: körperlich durchaus belastbar, aber offenbar nicht immer ausreichend entspannt. Die Messung beweist noch keinen chronischen Stress. Sie liefert jedoch einen guten Anlass, die eigenen Gewohnheiten kritisch zu hinterfragen.
EMS: Warum Muskeln unsere Altersvorsorge sind
Beim EMS-Training lerne ich, dass Muskeln wesentlich mehr sind als eine Frage der Figur. Sie sind
entscheidend für Beweglichkeit, Stoffwechsel, Stabilität und Selbstständigkeit im Alter. Ich zwänge mich in den hautengen EasyMotionSkin-Anzug, und dieser aktiviert verschiedene Muskelgruppen durch elektrische Impulse. Die Intensität wird individuell angepasst. Unterschiedliche Trainingsziele wie etwa Muskelaufbau, Regeneration oder Haltung können berücksichtigt werden.
© Beauty.at Das Training fühlt sich ungewohnt an, denn während ich bequem liege, wird die Muskulatur fremdgesteuert wird. Die Muskelkontraktionen sind deutlich spürbar, aber nicht schmerzhaft. Die Intensität lässt sich während der Einheit jederzeit verändern. Besonders spannend ist die Alltagstauglichkeit des Konzepts, das sich gut in den Tagesablauf integrieren lässt. Allerdings ersetzt auch ein Hightech-Anzug kein regelmäßiges Kraft- und Ausdauertraining.
Die Sache mit der Kälte
Minus 110 Grad. Drei Minuten. Die Kryotherapie gehört zu jenen Anwendungen, die mich besonders
faszinieren. Im Vorgespräch geht es um Regeneration, subjektives Wohlbefinden und die wissenschaftlich untersuchte Aktivierung von braunem Fettgewebe. Braunes Fett verbraucht Energie zur Wärmeproduktion. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass wenige Minuten in der Kältekammer
automatisch zu Gewichtsverlust führen, aber es unterstützt.
© Alpin Resort Sacher Für mich ist die Kälte vor allem ein intensives Erlebnis, das einen bemerkenswerten Kontrast zur anschließenden Entspannung bietet. Gut geschützt durch Haube, Mundschutz, Pantoffel und Handschuhe geht es im Badeanzug bei -110 Grad in die Kältekammer. Musik nach Wahl fördert die gute Laune, Bewegung und Durchhaltevermögen. Drei Minuten sind rasch vorbei und danach kommt das Beste: ein unglaublicher Endorphinschub, der einige Stunden anhält und sowohl Wohlbefinden als auch die Stimmung beflügelt.
Das Höhentraining
Seefeld liegt auf rund 1.200 m Seehöhe. Beim intermittierenden Hypoxie-Hyperoxie-Training, kurz IHHT, wird der Höheneffekt technisch verstärkt: Über eine Atemmaske erhält der Körper abwechselnd sauerstoffreduzierte und sauerstoffreiche Luft. Das Ziel ist, bestimmte physiologische Anpassungsprozesse anzuregen.
Die Auswertung zeigt: Meine Sauerstoffsättigung bleibt während der kontrollierten Belastungsphasen vergleichsweise stabil und steigt in den Erholungsphasen rasch wieder an. Dr. Sepp wertet das als positives Zeichen meiner aktuellen körperlichen Belastbarkeit. Ein wichtiges Detail aus unserem Gespräch: IHHT ist nicht dasselbe wie die hyperbare Sauerstofftherapie in einer Druckkammer. Die Verfahren verfolgen unterschiedliche Ansätze.
Was mein Stoffwechsel über meine Ernährung verrät
Ernährung gehört zu jenen Themen, bei denen Theorie und Alltag besonders häufig auseinanderklaffen.
Wir wissen, dass Gemüse, Ballaststoffe und eine ausgewogene Eiweißzufuhr wichtig sind. Trotzdem
essen wir oft unregelmäßig, zu schnell oder nebenbei.
© Beauty.at Bei meiner Stoffwechselanalyse wird anhand der Atemgase untersucht, wie mein Körper im Ruhezustand Energie gewinnt. Die Werte werden positiv beurteilt. Gleichzeitig empfiehlt mir die Ärztin, beim Ausdauertraining gezielt zusätzliche Belastungsreize zu setzen: beispielsweise bei meinen Spaziergängen mit dem Hund bergauf bewusst schneller zu gehen, bis die Atmung deutlich angeregt wird.
Das gefällt mir: kein kompliziertes Trainingskonzept, sondern eine kleine Veränderung, die sich gut im Alltag integrieren lässt. Auch die Kulinarik des Hotels ist auf individuelle Bedürfnisse abgestimmt. Neben dem klassischen Gourmetmenü wird eine gesundheitsorientierte Better-Aging Alternative angeboten; Gänge und Portionsgrößen können individuell angepasst werden. Der entscheidende Unterschied zu einer kurzfristigen Diät: Ich möchte herausfinden, welche Ernährungsweise ich auch nach meiner Rückkehr beibehalten kann.
Beauty-Check: Wie alt ist meine Haut wirklich?
Berufsbedingt interessiert mich natürlich auch die VISIA-Hautanalyse. Das computergestützte Bildgebungsverfahren untersucht unter anderem Falten, Poren, Pigmentierungen, Rötungen und UV-bedingte Hautveränderungen. Meine Ergebnisse fallen erfreulich aus, besonders die Werte für Sonnenschäden. Die Analyse zeigt auch Unterschiede zwischen den Gesichtshälften auf.
© Beauty,at Die Erklärung dafür ist alltagsrelevant: Auch durch Autoscheiben kann UVA-Strahlung auf unsere Haut
treffen. Wer häufig Auto fährt, sollte deshalb nicht nur im Urlaub auf Sonnenschutz achten. Im Gespräch
wird mir ein um etwa fünf Jahre jüngeres geschätztes Hautalter konstatiert, offenbar mache ich doch einiges richtig.
Die anschließende Gesichtsbehandlung wird auf Basis der meiner Hautanalyse ausgewählt wird. Altern darf sichtbar sein. Entscheidend ist, dass wir gesund bleiben, uns wohlfühlen und unsere Haut so gut wie möglich unterstützen.
Golf und Relax: Endlich Zeit, die niemand verplant
Neben all den Untersuchungen und Anwendungen ist das Golfspiel für mich ein wesentlicher Bestandteil dieser vier Tage. Ein paar Stunden in der Natur, Bewegung an der frischen Luft, Fokussierung und Konzentration auf den nächsten Schlag. Keine E-Mails, keine neuen Aufgaben, keine Termine. Golf bietet genau jene Kombination aus moderater körperlicher Aktivität und mentalem Abstand, die mir im Arbeitsalltag häufig fehlt. Manchmal reicht es, draußen zu sein und den Kopf freizubekommen.
© Beauty.at Anschließend warten die Wellnessbereiche des Hotels. Wasser, Wärme, Ruheräume und der Blick auf die Tiroler Berglandschaft machen es leicht, den Tag ohne weiteren Zeitdruck ausklingen zu lassen.
Was ich aus Seefeld mitnehme
- Bewegung intensivieren: Beim täglichen Spaziergang gezielt Steigungen und ein höheres Tempo einbauen.
- Muskulatur erhalten: Krafttraining als langfristige Investition in Beweglichkeit und Selbstständigkeit
- Bewusster essen: Regelmäßige Mahlzeiten, ausreichend Eiweiß und mehr pflanzliche Lebensmittel einplanen.
- Weniger optimieren: Nahrungsergänzung nach tatsächlichem Bedarf auswählen.
- Erholung einplanen: Bewusst unverplante Zeit als festen Bestandteil des Alltags etablieren.
Sind vier Tage genug?
Das viertägige Programm ist als Einstieg in die Gesundheitsprävention konzipiert. Es ermöglicht eine
erste Bestandsaufnahme, individuelle Empfehlungen und das Kennenlernen verschiedener
Anwendungen, ohne dafür gleich zwei Wochen Urlaub nehmen zu müssen. Manche möchten das
kompakte Programm regelmäßig wiederholen, andere entscheiden sich anschließend für einen längeren
Aufenthalt mit weiterführenden Untersuchungen.
Mein persönliches Fazit fällt deshalb anders aus, als ich es vor der Reise erwartet hätte: Ich habe mich intensiv mit meiner Gesundheit beschäftigt, ohne auf die Dinge zu verzichten, die mein Leben lebenswert machen. Jetzt geht es darum, die gewonnenen Erkenntnisse konsequent umzusetzen.
Alpin Resort Sacher
Geigenbühelstraße 185, 6100 Seefeld in Tirol
Die Academy For Better Aging verbindet medizinisch begleitete Prävention mit einem Aufenthalt im
Fünf-Sterne-Superior-Resort. Das kompakte Programm lässt sich mit Golf, Wandern, Wellness und
individueller Ernährung kombinieren.
